Magdeburg im 30jährigen Krieg - Belagerung - Massaker bei der Erstürmung am 20. Mai 1631) durch ligistische und kaiserlichen Truppen unter Tilly und Pappenheim. Brände und Söldner tobten gleichermaßen. Tausende starben in den Flammen, wurden ausgeplündert und niedergemetzelt.
Merian fecit
Berlagerunng und Massacker in Magdeburg
Protestantische Häme? "Darauf (nach dem Gemetzel) ist es an ein Fressen und Saufen gegangen, welches drei ganze Tage nach einander währte. So wurde die Magdeburgische Hochzeit, wie Tilly sie nannte, zelebriert." Theatrum Europaeum. Will sagen: Gefeiert wird dir eheliche Unterwerfung des jungfäulichen Magdeburgs durch den Bräutigam Kaiser Ferdinand.
PROTESTANTISCHE VEREINIGUNG - GUSTAV ADOLF IN PRÄKERER LAGE

Durch das Restitutionsedikt (Rückgabe enteigneter Kirchengüter) und das Eingreifen Schwedens 1630 waren die Karten neu gemischt worden. Der sächsische Kurfürst hatte die protestantischen Stände nach Leipzig eingeladen, und als die Versammlung am 20. Februar dann eröffnet wurde, waren fast alle protestantischen Landesherren und Vertreter der Reichsstädte anwesend. Sie befanden in seltener Einmütigkeit, dass etwas gegen die Kontributionen und die Restitution des Kirchengutes unternommen werden müsste. Aber was? Hessen-Kassel und Sachsen-Weimar schlugen ein Bündnis mit Schweden vor. Das war den meisten zu riskant. Der Kursachse schlug vor, über das Edikt auf dem geplanten Vergleichstag in Frankfurt mit dem Kaiser zu verhandeln. Das war den meisten zu wenig. Schließlich der Kompromiss: Aufstellung eines Heeres von 40.000 Mann. Das Ziel: Bisher erfolgte Restitutionen rückgängig machen, die ligistischen und kaiserlichen Verbände von den Territorien der Bündnispartner vertreiben. Der „Leipziger Abschied" wurde am 12. April 1631 ausgefertigt. Kaiser Ferdinand versandte sofort Drohbriefe. Auch König Adolf protestierte. Er brauchte vor allem den Beistand der beiden Kurfürsten, und der „Abschied" war eine klare Absage.

DIE KATASTROPHE VON MAGDEBURG

Im Mai verstärkte Tilly den Druck auf die Verteidiger von Magdeburg. Gustav Adolf musste handeln. Er brauchte die Stadt und sein Ruf als „Retter" stand auf dem Spiel. In zeitraubenden Verhandlungen zwang er den Kurfürsten von Brandenburg, ihm den Durchzug zu genehmigen. Aber damit war nur ein Problem gelöst. Sein Feldheer war mit 15.000 Mann der Truppenansammlung Tillys nicht gewachsen. Für die Musterung weiterer Verbände fehlte ihm das Geld. Anfang Mai musste der König endgültig feststellen, dass man den Krieg nicht zivilisiert führen kann: Seine Kavallerie lebte seit Monaten vom Raub, weil die Soldzahlungen ausgeblieben waren. Kurzum: Als der Sturm auf Magdeburg begann, stand das schwedische Heer noch immer in Brandenburg. In einer ausführliche Rechtfertigung legte Gustav Adolf später seine Gründe dar: Ein Vorstoß auf Magdeburg mit unterlegenen Kräften hätte die ganze Unternehmung gefährdet und den Untergang des Königreichs Schweden zur Folge haben können. Natürlich wies er auch auf die Obstruktion von Seiten des Brandenburgers hin und auf die mangelnde Kooperation der deutschen Protestanten überhaupt. Insgesamt ziemlich schlüssig.

HERZELEID UM MAGDEBURG

Aus dem Tagebuch eines einfachen deutschsprachigen Soldaten (da einige Seiten fehlen, ist sein Name nicht bekannt):

Am 20. Mai haben wir ernsthaft zum Sturm angesetzt und die Stadt Magdeburg auch erobert. Ich bin mit stürmender Hand ohne Schaden in die Stadt gekommen, aber am Neustädter Tor bin ich zwei Mal durch den Leib geschossen worden. Das ist meine Beute gewesen. Dann bin ich in das Lager gebracht und verbunden worden. Ich bin vorne durch den Bauch geschossen worden und zum andern durch beide Achseln. Der Feldscher hat mir beide Hände auf den Rücken gebunden, so dass er den Meißel hat anbringen können. Dann bin ich halbtot in meine Hütte gebracht worden. Es ist mir von Herzen leid gewesen, dass die schöne Stadt so schrecklich gebrannt hat, und weil sie zu meinem Vaterland gehört. Als ich nun verbunden war, ist mein Weib in die Stadt gegangen, obwohl sie überall gebrannt hat, und wollte Kissen, Tücher und Binden für mich holen. So habe ich auch unser Kind, das krank war, bei mir liegen gehabt. Wir hörten nun im Lager das Geschrei, dass die Häuser alle übereinander fallen und viele Soldaten und Weiber, welche mausen wollten, nicht mehr heraus konnten. Mein Weib hat mich mehr bekümmert als meine Verwundung , weil das kranke Kind sie brauchte. Doch hat Gott sie behütet, denn sie kam nach anderthalb Stunden mit einer alten Frau aus der Stadt zurück, die ihr beim Tragen geholfen hat. Sie brachten Bettzeug und eine große Kanne mit vier Maß Wein. Dazu hat sie auch zwei silberne Gürtel und Kleider gefunden, die habe ich für zwölf Taler zu Halberstadt verkauft. Am Abend kamen meine Gefährten, jeder hat mir etwas verehrt, einen Taler oder einen halben.

NICHT GENUG TRÄNEN

Der Naturwissenschaftler und Ratsherr von Magdeburg, Otto von Guericke:

„Als nun durch den General Pappenheim eine ziemliche Anzahl Volkes auf den Wall bei der Neustadt und da herum in die Gassen der Stadt gebracht, auch der von Falckenberg erschossen und das Feuer an allen Enden eingelegt worden, da war es um die Stadt geschehen und aller Widerstand zu spät und vergebens. Denn obgleich von Bürgern und Soldaten an einigen Orten noch Widerstand geleistet wurde, haben doch die Kaiserlichen immer mehr und mehr Truppen, auch viele Reiterei, zu Hilfe gekriegt, endlich auch das Kröckentor geöffnet und also die ganze Armee der Kaiserlichen und Katholischen Liga von Ungarn, Kroaten, Polen, Heyducken, Italienern, Spaniern, Franzosen, Wallonen, Nieder- und Oberdeutschen usw. hier eingelassen. Da ist es geschehen, dass die Stadt mit allen ihren Einwohnern in die Hände und Gewaltsamkeit ihrer Feinde geraten ist. Da ist nichts als Morden, Brennen, Plündern, Peinigen, Prügeln gewesen. Insonderheit hat ein jeder von den Feinden nach vieler und großer Beute gefragt... Da haben sie angefangen zu prügeln, ängstigen, gedroht zu erschießen, spießen, henken und so weiter, dass, wenn's gleich unter die Erde vergraben oder mit tausend Schlössern verschlossen gewesen, es die Leute dennoch hervorsuchen und herausgeben mussten. Als dann diese so herrliche, große Stadt, gleichsam eine Fürstin im ganzen Lande, in voller, brennender Glut und solchem großen Jammer und unaussprechlicher Not und Herzeleid gestanden, sind mit gräulichem, ängstlichem Mord- und Zetergeschrei vieltausend unschuldige Menschen, Weiber und Kinder kläglich ermordet und auf vielerlei Weise erbärmlich hingerichtet worden, also dass es mit Worten nicht genugsam kann beschrieben und mit Tränen beweint werden."

WER WAR SCHULD?

Haben die Verteidiger die Stadt angezündet oder die Angreifer? Alsbald wiesen sich die beiden Lager gegenseitig die Schuld zu. Protestantische Publikationen verbreiteten die Meldung, der kaiserliche Feldmarschall Pappenheim habe während der mehrstündigen Straßenkämpfe aus taktischen Gründen Feuer legen lassen. Zu diesem Mittel griffen gelegentlich sowohl Angreifer wie Verteidiger. Guericke:

Es hat aber diese trübselige Zeit nicht viel über zwei Stunden lang in der Stadt gewähret, indem durch den unversehens zustoßenden Wind das Feuer, so zwar anfangs der Graf von Pappenheim den Bürgern und Einwohnern zur Verwirrung und Schrecken anzulegen soll befohlen haben, nachmals aber die gemeine Soldateska hierin keine Diskretion und Aufhörung gewusst haben, dergestalt überhand genommen, dass um zehn Uhr vormittags alles in Feuer gestanden und um zehn Uhr gegen die Nacht die ganze Stadt, samt dem schönen Rathaus und allen Kirchen und Klöstern völlig in der Asche und Steinhaufen gelegen. Daher denn das kaiserliche Kriegsvolk, wenn es nicht selbst verbrenne wollen, wiederum aus der Stadt entweichen und sich in seine Feldlager hat retirieren müssen."

EIN KATHOLISCHER AUGENZEUGE

Gaspard Wiltheim, Jesuit aus Luxemburg:

Während die Patres frühstücken, sehen sie Rauch über Magdeburg aufsteigen. Erst glauben sie an einen Kaminbrand in der Stadt. Doch der Rauch wird dichter, und gleich kommt die Botschaft: Magdeburg ist genommen und brennt. Die Patres eilen der Stadt zu. Auf ihrem Wege begegnen sie den siegreichen Soldaten, die beutebeladen im Siegestaumel dem Lager zustreben. Die einen schleppen Säcke voll Fleisch, Kleider, Hausgeschirr jeder Art mit sich. Andere zeigen stolz die vergoldeten Silbergefäße und Becher, die sie in Händen tragen, wieder andere die erbeuteten goldenen Halsketten oder kostbare Ringe. Welche langen aus ihren Tornistern große und kleine Perlen und Diamanten hervor, in solcher Menge, dass Lagermägde damit geschmückt werden.

TILLY: SELBST SCHULD

In den Dom geflüchtete Magdeburger bitten den Jesuitenpater um Hilfe.

Ich verlasse den Dom. Bald stoße ich an der Stadtpforte auf die siegreichen Tilly und Mansfeld, die zum erstenmal die Stadt betreten. Beide bedauern aufs lebhafteste den Brand Magdeburgs. Tilly, den bei der großen Hitze der Durst quält, erbittet sich von einem vorübergehenden Soldaten einen Schluck Wasser. Während er trinkt, trage ich ihm meine Bitte für die Domflüchtlinge vor. Er fordert mich auf, ihn zu diesen zu führen. Auch er tadelt dort deren Starrsinn. Sie hätten selbst ihr Unglück verschuldet, sagt er ihnen geradezu. Das Leben verspricht er ihnen ohne weiteres, befiehlt ihnen jedoch, ihr Asyl nicht zu verlassen. Einer Soldatenwache befiehlt er, niemanden in den Dom einzulassen."

„SCHAUPLATZ DES MORDENS"

Unterdessen griff das Feuer immer weiter um sich. Da nach sächsischer Sitte viel Holz bei Bauten verwandt worden, verzehrte die Glut blitzschnell die Stadt. Weil ich mir ein Bild von Magdeburg machen wollte, drang ich immer tiefer in die Stadt ein bis zum Rathaus... Auf dem Markte gab es keinen Handel mehr; er war nur Schauplatz des Mordens. Solange die Straßen der Stadt vom Feuer unberührt blieben, waren sie weiß, wie bei einem Schneefall. Federflocken durchwirbelten die Luft. Um mehr Beute wegzuschleppen, schüttelten die Soldaten die Bettfedern von den Fenstern herab. Sie gebrauchten die Überzüge als Säcke, die sie mit verschiedenstem Hausgerät vollstopften, um dann vor dem Feuer atemlos damit ins Lager zu flüchten."

DIESE GEILHEIT

Vom Markt begab ich mich in die nahe Johanniskirche. Unterwegs mahnte ich die mir begegnenden Soldaten, die Frauenehre zu achten, wie Tilly befohlen, und vom Morden abzustehen. Leider waren aber schon die Straßen mit Leichen getöteter und der Kleider beraubter Menschen wie gepflastert. Keine Rücksicht wurde auf die Frauenehre genommen. Vor der Peterskirche lag ein Haufen geschändeter und getöteter Frauen. Mit Hundegier stürzten sich unsere siegreichen Landsknechte öffentlich auf die Frauen der Besiegten. Durch diese Geilheit wurden unsere Siegerheere zu besiegten Banden. Sie wandelten all die vorherigen Triumphe in ständige Niederlagen. Nicht nur der gemeine Landsknecht hatte sich ja mit solcher Schmach befleckt, sondern sogar die Obersten. Nicht genug mit dem leidenschaftlichen Ausbruch eines einzigen Tages, sie haben dann auch noch Geschändete geraubt und zu ihrem Verderben lange mit sich herumgeschleppt."

DURCH DIE GNADE GOTTES

Rechte Ordinari Zeitung, München:

Aus Magdeburg vom 21. Mai. Es berichtet Herr General von Tilly durch eigne Staffeta, dass er durch die Gnade Gottes die Stadt Magdeburg erobert habe. Wie dann die Kurf. Durchl. in Bayern den 1. Juni das Te Deum laudamus solenniter hat singen lassen. Herr General Tilly hat die Magdeburger vielmals freund- und gütlich ermahnt, sie sollten die Extrema nicht erwarten, sondern sich I. Kais. Maj. gutwillig ergeben und so sich ihre und ihre Kinder verschonen. Sie haben aber solches nicht angenommen, sondern sind halsstarrig verblieben. Zwei ihrer Bürgermeister, die zum Akkord geraten, haben sie sogar aufhenken lassen."

30.000 TOTE?

Rechte Ordinari Zeitung, München:

Leipzig, vom 23. Mai. Durch eignen Kurier, der gestern hier angekommen, wird konfirmiert, dass den 20. die Stadt Magdeburg mit Sturm erobert wurden... Herr Tilly hat mit etlichen hundert Sturmleitern auf den Wall setzen lassen, ist aber oft wieder zurückgetrieben worden. Endlich aber wurde das Äußerste darauf gesetzt und immerzu Feuer hineingeworfen. Darauf die Bürger... etliche Stunden scharmütziert, bis fast mittags, bis der meiste Teil, darunter der Falckenberg, tot geblieben. Dann haben die Tillyschen überhand genommen und alles Mannsvolk mit etlichen Offizieren niedergehauen. So sind mit Weibern und Kindern an die 30.000 Seelen in Rauch aufgegangen. Die ganze Stadt ist verbrannt, bis auf etliche und zwanzig Häuser samt dem Dom... Viele haben sich aus Desperation und Furcht, dass man so grausam mit ihnen umgehen wolle, über die Wälle hinabgestürzt, sind auch teils in die Elbe gesprungen. Es haben sich auch an die 400 Jungfrauen in ein Haus retiriert, das Haus mit Pulver angesteckt und in die Luft gesprengt. Der Jammer ist nicht zu beschreiben, auch in den Historien kaum zu finden. Es haben sich auch etliche hundert Weiber und Kinder in den Dom salviert, welche ins Lager gebracht und wie das Vieh verkauft worden sind. Der Administrator, der in einem Schenkel verletzt, ist neben anderen wenigen Offizieren gefangen worden. Man kann noch nicht wissen, ob die Abbrennung durch Feuerballen oder durch eingelegte Feuer geschehen."

Die Zeitung geht davon aus, dass sich sämtliche Magdeburger während der Erstürmung in der Stadt aufhielten. Das ist sicher unrichtig. Allerdings ist nicht bekannt, wie vielen vorher die Flucht gelang.

„SELBST ANGEZÜNDET"

Mit der nächsten Meldung klärte die Münchener Zeitung die Schuldfrage:

Particularia oder kurze Erzählung von Verbrennung der Stadt Magdeburg... Durch Anstiftung des schwedischen Feldmarschalls Falckenberg haben ein Teil Bürger, damit den Tillyschen keine Beute zuteil würde, die Stadt oder eine große Anzahl Häuser selbst angezündet und in Brand gesteckt."

Keinem der Befehlshabenden kann unterstellt werden, dass er die Vernichtung einer Stadt samt ihrer Bevölkerung beabsichtigt habe. Schon gar nicht Tilly, der Magdeburg nach Maßgabe des Restitutionsedikts für den Sohn Kaiser Ferdinands in Besitz nehmen sollte.
Wenn Pappenheim und/oder Falkenberg aus taktischen Gründen Feuer legen ließen, so handelten sie gemäß militärischer Bräuche, die bis heute nicht grundsätzlich geächtet sind. Vorsatz lag also nicht vor. Aber der Befehl Tillys, eine Großstadt mit 30.000 Einwohnern „mit stürmender Hand zu nehmen", konnte und kann als völlig unverantwortlich bezeichnet werden. Nach den Regeln durften die Söldner plündern und metzeln, bis ein Befehl ihnen Einhalt gebot. Kaiserliche und ligistische Söldner hatten in viel kleineren Städten Blutbäder angerichtet: Zum Beispiel in Pisek, Prachatice, in Neckargemünd, Hannoversch Münden, Pasewalk und Neubrandenburg. Wenn Offiziere gelegentlich einschritten, dann meistens vergeblich. Tilly ließ mindestens 15.000 Mann auf 30.000 Magdeburger los. Naiv? Fahrlässig? Wie auch immer. In Magdeburg wurde gemetzelt, bis das Feuer die Söldner aus der Stadt vertrieb.

400 ÜBERLEBENDE

Die Anzahl der Toten war schwer zu schätzen. Theatrum:

Belangend die Anzahl der Erschlagenen und Umgekommenen in Magdeburg: Weil nicht allein das Schwert, sondern auch das Feuer viele aufgefressen, konnte man dieselbe nicht eigentlich wissen. Man hielt dafür, es wären durchs Feuer, wo nicht mehr, doch eben so viel Menschen wie durch der blutgierigen Soldaten Hinrichtung verdorben worden... Es hat der Graf von Tilly wider alle alte Kriegsmanier und Gebrauch, aus einem unchristlichen und teuflischen Eifer, den armen Körpern die Erde nicht gegönnt, sondern sie nach der Elbe führen und ins Wasser werfen lassen. Nach etlichen, die die Anzahl observiert haben wollen, sollen es bis auf den 21. Mai sechstausendvierhundert und etliche vierzig gewesen sein... Aber der größere Teil lag noch in den verfallenen Gewölben, Kellern und Häusern, die wohl in keinem halben Jahr alle möchten hervor gebracht werden... Aus allgemeiner Mutmaßung und Nachrichtung hält man dafür, dass etwa 400 Bürger noch am Leben geblieben sein möchten, welche gefangen ins Tillysche Lager geführt und darin übel gehalten wurden. Es wurde auch hohes Lösegeld von ihnen gefordert, ungeachtet, dass sie auf der Welt nichts mehr gehabt haben."

Die Katastrophe bewegte die Gemüter in ganz Europa. Trauer wurde bekundet, Entsetzen, und grimmige Rachewünsche. Die Potentaten ließen ungerührt weitermachen.
Massacker in Magdeburg
Rache angekündigt. Protestantisches Flugblatt: Engel sammeln die Tränen und die Asche, bereiten daraus eine scharfe Lauge und gießen sie über die Köpfe der Schuldigen, die „Raub, Diebstahl, Mord und Brand verübt".
30jähriger Krieg - Frauen vergewaltigt
Frauen vergewaltigt. Mit sich schleppen sie gefangene Frauen und Jungfrauen, schmucke, weinende, schluchzende, entehrte, halbgekleidete Mädchen." Gaspard Wiltheim, katholischer Augenzeuge. (Stich Hogenberg, Geschichtsblätter)
Feldherr Tilly in Magdeburg Peter Milger - Gegen Land und Leute - Der 30jährige Krieg
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Geschichte der Kreuzzüge - Krieg und Erobern im Namen Gottes
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Illustration zu Friedrich Schillers Geschichte des 30-Jährigen Krieges: Tilly vor Magdeburg. Brennet und schlachtet noch eine´Stunde, dann will ich mich besinnen